Bewegungsbuchten im Praxistest

Wie ein Familienbetrieb aus dem Emsland mit der neuen FT30 von WEDA in die Zukunft startet

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Bewegungsbuchten im Praxistest. Wie ein Familienbetrieb aus dem Emsland mit der neuen FT30 von WEDA in die Zukunft startet

Auf dem Familienbetrieb von Junglandwirt Luca, auf dem derzeit rund 750 Sauen mit eigener Ferkelaufzucht gehalten werden, beginnt eine neue Phase. Die Erweiterung des Bestands war schon vor einigen Jahren gemeinsam beschlossen worden, und rückblickend war das genau der richtige Moment. Die Familie steht geschlossen hinter dem Projekt, denn der neue Sauenstall soll den Betrieb langfristig sicher aufstellen und gleichzeitig mehr Tierwohl ermöglichen. Dass Luca und seine Schwester pünktlich zur Fertigstellung des Gebäudes ihre Ausbildung abgeschlossen haben, passt perfekt ins Bild. Beide steigen hochmotiviert ein – ebenso wie die Mitarbeiter, die sich auf moderne Abläufe und eine deutlich entlastende Technik freuen.

Ein Rhythmus, der Struktur und Ruhe bringt

Der Betrieb arbeitet künftig in einem 2-Wochen-Rhythmus, in dem jeweils 64 Sauen abferkeln. Nach vier Wochen werden die Sauen abgesetzt. Die Ferkel bleiben in der ihnen vertrauten Abferkelbucht, bis sie 28 bis 30 Kilo erreicht haben. Durch den Verzicht auf einen Stallwechsel bleibt der Wurf in einem ruhigen Umfeld, was Stress reduziert und ein gleichmäßiges Wachstum fördert. Die Entscheidung für dieses Konzept fiel unter anderem deshalb, weil der Futterautomat in der Bucht sehr leicht zu verstehen ist und die Ferkel ihn schnell annehmen, die Geschwister zusammenbleiben und der Absetzstress reduziert wird.

Die Sauen werden nach dem Absetzen in das Deckzentrum umgestallt, wo sie erneut besamt werden. Anschließend wechseln sie in den Wartestall und bleiben dort, bis sie wieder in den Abferkelbereich gebracht werden. Diese feste Struktur erleichtert die Arbeitsplanung und sorgt für eine stabile Auslastung der Bereiche.

Technik, die im Alltag spürbar entlastet

Neben der Inneneinrichtung für das Deckzentrum wurde auch der Wartestall, die komplette Fütterung, die Saugferkelfütterung Nutrix, die Strohdosierung sowie der Boden im Abferkelstall von WEDA installiert. Besonders nützlich ist die Technik bei der Abrufstation SowComp für die Sauen. Jede Sau trägt eine Ohrmarke, die sie eindeutig identifiziert. Wenn sie die Abrufstation betritt, schließt sich das Tor automatisch. Steht ihr Futter zu, wird die Ration ausgegeben. Ist sie bereits versorgt, öffnet sich die Station wieder und die Sau verlässt sie meist zügig, oft angeregt durch eine nachrückende Artgenossin. Diese Kombination aus automatischer Steuerung und natürlichem Tierverhalten sorgt für flüssige Abläufe und ruhige Gruppen.

Tiergerechte und durchdachte Umgebung

Das Tierwohl spielt eine zentrale Rolle im neuen Stall. Die FT30-Bewegungsbuchten ermöglichen den Sauen mehr Bewegungsfreiraum, gleichzeitig bleiben die Ferkel durch die Struktur der Bucht gut geschützt. Ergänzt wird das System durch eine durchdachte Strohdosierung, die im Jungsauen-, Quarantäne-, Deck- und Wartebereich zum Einsatz kommt. Das Stroh fällt direkt in die Ruhekessel, wo es bei den Tieren ankommt, ohne dass es sofort in die Gülle gelangt. Die Beschäftigung mit dem Stroh sorgt für ein natürlicheres Verhalten und mehr Ruhe in den Gruppen. Der gesamte Stall entspricht der Haltungsstufe 2 und erfüllt damit erhöhte Anforderungen an Tierwohl und Haltungsqualität.

Die Verbindung zu WEDA besteht bereits seit 2020. Damals suchte der Betrieb nach einer Milchfütterung, die ohne „Eimerschleppen“ auskommt, und wurde über Vorführungen und Gespräche auf die Nutrix aufmerksam. Diese Erfahrung legte den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit, die sich nun in einem komplett ausgestatteten Sauenstall widerspiegelt. Die Technik ist aufeinander abgestimmt und erleichtert sowohl die täglichen Arbeitsabläufe als auch die Versorgung der Tiere.

Ein Team, das hinter dem Wandel steht

Die Betriebsübergabe an die nächste Generation läuft Schritt für Schritt an. Luca und seine Schwester werden den Hof künftig gemeinsam führen. Unterstützt werden sie derzeit von ihren Eltern und vier Angestellten: zwei Mitarbeitenden auf dem alten Hof, einem festen Mitarbeiter im Sauenstall sowie einem weiteren, der ab Januar das Team verstärkt. So entsteht ein tatkräftiges Team, das den neuen Stall mit Leben füllt und die Weiterentwicklung aktiv begleitet.

Ein Neubau dieser Größenordnung bringt Verantwortung mit sich, aber auch eine große Chance. Luca beschreibt das Gefühl, einen komplett neuen Stall zu betreiben, als etwas Besonderes. Natürlich muss sich das System nun im Alltag beweisen, doch die Stimmung ist optimistisch. Die ruhigen Abläufe in den FT30-Bewegungsbuchten, das durchdachte Fütterungssystem und die klaren Arbeitsstrukturen lassen erkennen, dass die Investition gut gewählt ist und den Betrieb für die Zukunft stärkt.

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